Bahner als Schrift-Bildner
Neben seiner grafischen Tätigkeit unterrichtete Bahner an verschiedenen Schulen – Theaterschulen, Modeschulen, und Volkshochschulen – Kostüm und Bühnenbild, (Mode-)Illustration und Grafik. Ab 1945 übernahm er die Stelle für Schrift an der Wiener Frauenakademie nach dem Ausscheiden von Johannes Cech.
Ab 1961 war er Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, von 1965 bis 1976 leitete er die Meisterklasse für Schrift und angewandte Schriftgestaltung. Dort bildete er eine neue Generation von Grafikdesigner·innen aus, die das moderne Corporate Design ab den 70er Jahren prägten.9 Bahners Schüler berichten, dass sein Lehransatz sehr modern und darauf ausgelegt war, ihr eigenständiges Schaffen zu fördern.10
In einem Aufsatz lobte Bahner die Moderne für ihre Ablösung von klassischen Schönheitsidealen: ›In unserer Zeit, die sich von den Fesseln des alten ›Schönheitsideals‹ befreit hat […], sind praktisch auch die Grenzen zwischen Volkskunst und hoher Kunst verschwunden. Wir sehen in Abbild und Sinnbild, Ornament und Schmuck die Richtigkeit des Sinnes und des Gefühls, die hinter diesen Arbeiten stehen.‹ Gleichzeitig stellte er sich die Frage, nach dem selbstständigen Schaffen: […] in einer Welt, die von Klischees starrt, in der alles voll ist, von vorgefaßten Meinungen, präparierten Begriffen, Formeln, Symbolen und Slogans. Wie soll ein Mensch in diesem Wust von Typisierung, Uniform, seelenloser Gleichartigkeit etwas eigenes wollen […]?11